Hilfe für die Opfer der Sturzflut
Die „Kinderhilfe Nepal“ hat Kontakte ins Katastrophengebiet und bittet um Spenden
Mitterfels. (hab) Mehr als 1.200 Tote, über 5.000 Vermisste, Millionen betroffene Menschen. Das ist die vorläufige Bilanz der zerstörerischen Sturzflut, die sich vor zweieinhalb Wochen, am 26. August, an der Grenze zu Tibet in Nepal ereignet hat. Ganze Dörfer haben die Naturgewalten weggespült, Straßen und Brücken verschlungen, Kraftwerke beschädigt.
Die Katastrophe beschäftigt auch den Verein „Kinderhilfe Nepal“ in Mitterfels. Hier fühlt man sich verpflichtet, Hilfe zu leisten – unterstützt man doch seit 1998 im Himalaya-Staat die Ärmsten der Armen über nachhaltige Schul- und Erziehungsprojekte.
Erst kürzlich hat der Verein den Bau und die Ausstattung eines Kinderkrankenhauses in Kathmandu finanziell begleitet. Auf diese Weise besteht nun, nach der Katastrophe, eine rege Verbindung mit Partnern vor Ort. Speziell besteht Kontakt zu einem Team der „Siddhi Memorial Foundation“, des Trägers dieses Kinderhospitals. Aufgrund der durch die Überschwemmung des Flusses Bhotekoshi vollständig zerstörten Verbindung zwischen Kathmandu und dem Distrikt Rasuwa musste dieses Team nach der Katastrophe einen zwölfstündigen Umweg in die betroffenen Gebiete zurücklegen. Nach Information des Teams wurden dort ganze Familien mitgerissen. Viele, darunter etwa 200 Schüler, gelten als vermisst.
Foto: Kinderhilfe Nepal Mitterfels
Den zukünftigen Bedarf abdecken
Während die lokalen Behörden versuchen, im Katastrophengebiet eine stabile Notversorgung zu koordinieren, gilt es nun auch, den zukünftigen Bedarf an dauerhaften Unterkünften, Gesundheitsversorgung, Bildungsangeboten und der Unterstützung von älteren Menschen und Waisenkindern abzudecken. Das „Siddhi Memorial Hospital“ steht dabei durch mobile Gesundheitsdienste und Ernährungsprogramme zur Seite. Die „Kinderhilfe Nepal“ in Mitterfels hat dadurch vor Ort einen zuverlässigen Partner, der unterstützt werden kann.
Vor einer Woche hat die „Kinderhilfe Nepal“ ein erneuter Bericht des Teams aus Kathmandu erreicht. Es ging um den Besuch eines Gebiets 85 Kilometer von Kathmandu entfernt, in dem die Auswirkungen der jüngsten Überschwemmungen der Bhotekoshi- und Trisuli-Flüsse bewertet wurden.
Wenn auch keine weiteren Opfer zu beklagen seien, seien die Schäden an Infrastruktur und Landwirtschaft schwerwiegend. Schulen dienten bisher als Notunterkünfte für Familien, sodass die Priorität hier bei einer langfristigen Rehabilitation, dem Wiederaufbau und einer spezialisierten Gesundheitsinfrastruktur liege.
Dörfer teils völlig von der Außenwelt abgeschnitten
Der teilweise vollständige Ausfall der Infrastruktur habe die besuchten Dörfer abgeschnitten und behindere stark den Zugang wichtiger Hilfsmaßnahmen. Ein weiteres tragendes Problem stellten die katastrophal beschädigten Reisfelder in der Region dar, wodurch mit einer Bedrohung der Ernährungssicherheit und der Lebensgrundlage der lokalen Bauern zu rechnen sei.
Zu den unmittelbaren und langfristigen Bedürfnissen der betroffenen Bevölkerung vor Ort zählt die Schaffung von Wohnunterkünften, die Aufnahme von Schulunterricht und die Sicherung von sauberem Trinkwasser, angesichts der Gefahr von durch kontaminierte Überschwemmungsrückstände drohenden Krankheiten. Das Team vor Ort informiert darüber, dass während allgemeine Lebensmittelhilfen einträfen, wichtige Medikamente fehlten. Die Neugeborenenversorgung übernehme das „Siddhi Memorial Hospital“.
Partner vor Ort berichten aus Katastrophengebiet
Die „Kinderhilfe Nepal“ weist darauf hin, dass im jüngsten Bericht aus Kathmandu deutlich werde, wie dringend finanzielle Hilfe aus Deutschland sei – sprich, von Spendern und Organisationen wie dem eigenen Verein. Vonseiten des Teams vor Ort sei genau geschildert worden, wie es im Überschwemmungsgebiet im Südwesten von Kathmandu die von Hubschraubern in die Region gebrachten Lebensmittel an echt Notleidende verteilte. Etwa 125 Menschen lebten dort unter schrecklichen Bedingungen gegen eine geringe Miete in einem Schuppen einer Geflügelfarm.
Berichte unserer Partner vor Ort
Ergänzend zum Zeitungsartikel stellen wir zwei englischsprachige Originalberichte der Siddhi Memorial Foundation zur Verfügung. Sie dokumentieren die Hilfseinsätze und den weiteren Unterstützungsbedarf in den betroffenen Gebieten.
Bhotekoshi und Trishuli: Hilfseinsatz in Rasuwa am 1. September 2026
Das Team berichtet über die schwierige Anreise und die Verteilung von medizinischem Material, Hygieneartikeln und Solarlampen. Im Mittelpunkt des weiteren Hilfsbedarfs stehen sichere Unterkünfte, langfristige Gesundheitsversorgung sowie Schutz und Bildung für betroffene Kinder.
Bericht zum Hilfseinsatz in Rasuwa herunterladen (PDF auf Englisch, 5 Seiten)
Belkotgadhi: Bericht vom 5. September 2026
Acht Familien, deren Häuser vollständig zerstört wurden, haben in der Mahadev Secondary School Zuflucht gefunden. Der Bericht beschreibt Schäden an Brücken und Reisfeldern sowie den dringenden Bedarf an Wohnraum, sauberem Trinkwasser, Medikamenten und medizinischer Betreuung.
Bericht aus Belkotgadhi herunterladen (PDF auf Englisch, 4 Seiten)
Betroffene unterstützen
Der Verein „Kinderhilfe Nepal“ bittet um Spenden, um die Opfer der Sturzflutkatastrophe in Nepal unterstützen zu können.
Kontodaten: Kinderhilfe-Nepal-Mitterfels e. V, Sparkasse Straubing-Bogen,
IBAN: DE68 7425 0000 0570 2533 10,
BIC: BYLADEM1SRG.
Informationen können per E-Mail bei herbert@schneeweis-bayern.de angefordert werden.
Zeitungsartikel vom 12. September 2026, Landkreis Straubing-Bogen, Seite 15


vor Ort in Kathmandu führen wir
das Blindenprojekt durch.